Best Practices in LinkedIn

oder: warum Simon Sinek alles falsch macht

Immer wieder liest man die “5 ultimativen Tipps für mehr Reichweite in LinkedIn” oder “Wie du mit diesen 7 Hacks die meiste Aufmerksamkeit in Social Media erhältst”. Dem liegen dann entweder allgemeine Untersuchungen oder eigene Erfahrungen zugrunde, wie der ultimative Post aussehen sollte, damit er erfolgreich ist. Das richtige Timing, die Verwendung von Hashtags, Überschriften mit Buzzwords, die optimale Länge, große Bilder, Call-to-Action etc.

Erfolg nach allen Regeln der Kunst?

Aber das funktioniert nicht nach Schema F. Was für den einen passt und funktioniert, ist für den anderen kontraproduktiv. Weil es anderer Content ist, eine andere Zielgruppe, oder einfach nicht zum Menschen passt, der das postet – oder dem, der es liest oder lesen soll.

Das fällt auch auf, wenn man sich zum Beispiel Posts von den “ganz Großen” anschaut. Etwa Simon Sinek (siehe Screenshot). Der “Erfinder” des “Finde dein Why” ist mit seinen über 4 Mio. Followern nicht ganz unrelevant (abgesehen davon, dass ich seinen Content wirklich schätze).

Simon Sinek in LinkedInSimon Sinek erstellt einen Bild-Post und erhält darauf respektable 2.100 Likes. Großes Bild als Eyecatcher mit einer gut lesbaren Aussage. Okay, zugegeben, keine Hashtags und einen Link nach draußen. Aber auf jeden Fall ins Auge fallend, richtig?

Und dann postet er kurz darauf eine Textaussage. Zwei Sätze, kein Bild, kein Hashtag, nichts. Einem LinkedIn-Starter würde ich jetzt sagen: Das reicht nicht, das zieht keine Aufmerksamkeit auf sich. Und es war – für den Algorithmus – zu dicht auf den anderen folgend, das wird oft schlechter ausgespielt.

Aber Sinek erhält darauf mehr als 90.000 Likes. Warum? Weil er mit dieser Aussage den Nagel auf den Kopf trifft. Und seine Zielgruppe erreicht.

Denn Social Media wird von Menschen gemacht. Und von Menschen gelesen. Deshalb muss es die Leser ansprechen. Nicht rational, sondern emotional. Und zwar sehr individuell für jede Zielgruppe anders.

Deshalb: ja, man sollte sich – vor allem am Anfang – daran orientieren, was (vermeintliche) Experten über den perfekten Post schreiben, auch um dem Algorithmus nicht in die Quere zu kommen. Damit es nicht an Formalitäten scheitert. Um dann zu lernen, was bei der eigenen Zielgruppe wirklich funktioniert, was sie wirklich anspricht und anzieht. Für den individuellen, zielgruppenorientierten Post, der vom Leser auch wirklich wahrgenommen und geschätzt wird.

 

Tanja Bernsau

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